Unterschätze MangelwareSo erkennst du Eisenmangel und isst dich wieder fit

HEALTH Ständig müde, gereizt und auch der Appetit ist dir vergangen? Vor allem bei Frauen ist häufig ein nicht erkannter Eisenmangel die Ursache allerlei Übels. Warum Eisen so wichtig ist, an welchen Symptomen du Eisenmangel erkennst und in welchen Lebensmitteln besonders viel Eisen steckt.

Hast du schon mal deine Eisenwerte gecheckt?

Laut einer Statistik der WHO leiden eine Millionen Schweizerinnen unter einem mehr oder minder schlimmen Eisenmangel. Aber: Don’t Panic! Wir müssen uns nicht die Zähne ausbeissen oder an der nächsten Eisenstange lutschen um einen Eisenmangel in den Griff zu kriegen. Es gibt viele Methoden den Eisenwert zu heben, doch zu erst einmal müssen wir ihn überhaupt erkennen.

An diesen Symptomen lässt sich Eisenmangel erkennen

Die häufigsten Symptome bei Eisenmangel

  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Gereiztheit
  • Nervosität
  • Haarausfall
  • brüchige Nägel
  • Kopfschmerzen
  • Nackenverspannungen
  • Schwindelgefühl
  • Konzentrationsprobleme
  • Kältegefühl
  • Libidoverlust

Die Anzeichen eines Eisenmangels sind sehr vielfältig und können in extremen Fällen sogar bis zu depressiven Verstimmungen reichen. Wenn du aber trotz ausreichend Schlaf an andauernder Müdigkeit leidest, du und deine Muskeln sich über einen längeren Zeitraum schwach fühlen und deine Konzentration auch schon mal besser war, dann könnte das der erste Hinweis auf einen Eisenmangel sein. Wenn dann auch noch die Haare ausfallen und die Nägel brechen, kannst du dir schon fast sicher sein. Auch häufige Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle können auf fehlendes Eisen im Blut deuten.

Ganz sicher kann aber nur ein Arzt feststellen ob und wie viel Eisen dir fehlt. Am Besten lässt man sich etwas Blut abnehmen. Das Labor misst dann das Ferritin, ein Eiweiss das Auskunft über die Eisenreserven im Blut gibt. Liegt der Wert des Ferritin zwischen 30 und 50 Nanogramm so spricht man von einem niedrigen Eisenwert, fällt dieser Wert jedoch unter 15 Nanogramm pro Milliliter, so sind deine Eisenreserven erschöpft und es liegt ein akuter Mangel vor. Bleibt dieser mangelhafte Zustand unbehandelt so kann es in schlimmen Fällen zu einer Blutarmut kommen.

Warum brauchen wir Eisen?

Alle Stoffwechselvorgänge benötigen Eisen. Vor allem braucht unser Körper Eisen für den Sauerstofftransport im gesamten Körper und für die Bildung von Blut, insbesondere Hämoglobin, das den für uns so lebenswichtigen Sauerstoff an sich bindet. Laut einer Studie des Universitätsspitals Zürich brauchen sogar unsere Nervenzellen Eisen für den Informationsaustausch untereinander.

Wie entsteht Eisenmangel?

Eisenmangel ist zwar kein reines Frauenproblem, auch Sportler kennen die Beschwerden die mit einem Eisenmangel einhergehen. Der Blutverlust durch die monatliche Mens, ist in Sachen Eisenhaushalt jedoch definitiv ein Nachteil. Gerade Frauen mit starker Monatsblutung sollten auf ihre Eisenwerte achten. Auch Vegetarier und Veganer vergessen oft das fehlende Eisen aus Fisch und Fleisch durch andere Lebensmittel mit viel Eisen wie Weizenkleie, Petersilie oder getrocknete Aprikosen zu ersetzten und vor allem auch auf die richtige Menge zu achten. Denn die Bioverfügbarkeit von Fleisch, das heisst der Wert an Nährstoffen, die entzogen und vom Körper verwendet werden, ist laut der Schweizer Ernährungsgesellschaft deutlich höher. Vegetarier und Veganer sollten also ein paar Aprikosen mehr essen.

Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit prüfen Gynäkologen, ob ein Eisenmangel vorliegt, da hier sich hier der Bedarf um das Doppelte erhöht.

Eine weitere Ursache könnte am Ende der Stoffwechselkette liegen. Da Eisen über den Darm aufgenommen wird, kann auch ein Darmproblem für den Eisenmangel verantwortlich sein. Nimmt der Darm nicht genügend auf, hat der Körper weniger zur Verfügung und die Reserven sind schnell ausgeschöpft. Meist, ist jedoch die einfachste Erklärung auch die Ursache des Mangels: Man isst einfach zu wenig Nahrungsmittel mit Eisen. Wer mit dem eigenen Körper nicht gut vertraut ist, sollte die Diagnose aber unbedingt einem Arzt überlassen.

Wie kann man Eisenmangel beheben?

Die einfachste und unkomplizierte Variante den Eisenmangel zu beheben, ist sich in der Apotheke Eisentabletten zu holen und diese über mehrere Monate einzunehmen. Für höher dosierte Tabletten, braucht man jedoch ein Rezept vom Arzt. Die kleine tägliche Portionierung soll am verträglichsten sein. Denn Eisen kann einem auch schnell auf den Magen schlagen. Daher sollte man die Tablette auch zum Essen einnehmen und nicht wie oftmals geraten davor.

Trotzdem kann es vorkommen, dass man die Eisentabletten nicht gut verträgt, besonders wenn es sich um höhere Dosierungen handelt. Viele klagen über Verstopfung und Magenschmerzen. In dem Fall, oder bei akut hohem Eisenmangel, wird der Arzt zu einer Eiseninfusion raten. In ein bis zwei Sitzungen ist der Mangel dann komplett ausgeglichen. Eine Infusion sei laut Kosumenteninfo jedoch mit Vorsicht zu geniessen und sollte in jedem Fall, die zweite Wahl sein. Denn in sehr hoher Dosierung, wie es bei einer Infusion der Fall ist, kann Eisen auch einen allergischen Schock auslösen.

In diesen Lebensmittel steckt besonders viel Eisen

Langfristig und um einem erneuten Mangel entgegen zu wirken, sollte man aber vor allem auf die richtige Ernährung achten. Eine erwachse Frau sollte laut Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung etwa täglich 15 mg Eisen zu sich nehmen. Folgende Nahrungsmittel haben zum Beispiel einen vergleichsweise hohen Eisenanteil.

Eisenlieferanten im Vergleich

Quellen: iron.medline.ch/ Alliance Healthcare

Weitere gute Eisenspender sind beispielsweise Hirseflocken (9mg /100 g), Sojabohnen (9,7 mg/100 g), Bündnerfleisch und Rinderschinken (9,8 mg/100 g), Linsen (8 g/100 g) ), Austern und Miesmuscheln (5,8 mg/100 g), Eigelb (5,5 mg/100 g), Tofu (5,4 g/100 g), getrocknete Aprikosen (5,2 mg/100 g), Vollkorn-Knäckebrot mit Sesam (4,3 mg/100 g), Haferflocken (4,2 mg/100 g). Da über den Verzehr von Fisch und Fleisch das Eisen oft leichter zu bekommen ist, sollten Vegetarier und Veganer darauf achten, viele Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und getrocknete Früchte zu essen.

Tipp: Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme im Körper. Trinke deshalb einen Orangensaft zu deinen Frühstücksflocken, Sojamilch, Nüssen und getrockneten Früchten. Eisenaufnahme-Vehinderer sind dagegen Kalzium und Magnesium (vor allem in Milchprodukten), beides sollte möglichst nicht zusammen mit Eisen genommen werden.

Akute Symptome von Eisenmangel lassen sich durch die Ernährung allein, jedoch nicht beheben. Die Empfehlungen sind als eine gute Prävention gedacht.

Wie erkenne ich ob die Eisenbehandlung anschlägt?

Man sollte sich innert weniger Wochen fitter fühlen, Appetit und Bewegungslust kehren zurück. Viele Betroffene beschreiben, dass es sich anfühlt als würde man die Welt wieder richtig wahrnehmen. Eine erneute Blutabnahme ist jedoch notwenig um sicher zu sein, das die Methode anschlägt und sich der Eisenwert tatsächlich wieder im grünen Bereich befindet.

Warum ist die ärztliche Betreuung bei Eisenmangel ein Muss?

Zu viel Eisen ist schädlich, sogar giftig. Die richtige Dosierung ist sehr individuell und lässt sich nur über die Analyse des Blutes bestimmen und das sollten wir nicht dem NetDoktor, sondern unserem Hausarzt überlassen.

Titelbild: iStock

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