Richtig streitenGut gezofft ist halb gewonnen

Liebe lebt von Kommunikation. Auch (oder gerade dann), wenn sich zwei verschiedene Meinungen treffen. Mit diesen Tipps zum Streiten lernen wird euch euer Zoff nicht entzweien, sondern sogar zusammen schweissen.

Richtig streiten kann man lernen: So loest man Beziehungsprobleme

Niemand streitet gern. Erst recht nicht mit der Person, die er liebt. Doch allein deshalb jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen, kann nicht die Lösung sein. Im Gegenteil: Es ist nämlich nicht der Streit, der Paare entzweit, sondern die oft schlechte Streitkultur.

Erst wenn Paare richtig streiten lernen, wissen sie, wie normal und sogar produktiv ein Konflikt sein kann. Denn wer es als Paar schafft, Konflikte lösen zu lernen, den kann nichts mehr so leicht aus der Bahn bringen.

Das sind unsere Tipps für einen fairen Beziehungsstreit:

Erstmal durchatmen

Wenn die Gemüter hochkochen, kann kaum jemand richtig streiten. Daher gilt: Produktiv, anstatt situativ handeln – und einen Konflikt nicht sofort ansprechen, sondern eine gewisse Abkühlphase zulassen. Anhören kann sich das Ganze etwa so: „Ich habe gehört, dass dir etwas nicht gefällt und möchte gemeinsam eine Lösung suchen, aber im Moment fällt es mir schwer, ein konstruktives Gespräch zu führen. Wann wäre ein besserer Zeitpunkt dafür?“

Gute Zeiten für gute Gespräche

Die offene Zahnpasta-Tube, die ständige Unpünktlichkeit oder die schroffe Art, wie dein Liebster dich neulich am Telefon hat abblitzen lassen: Der Alltag bietet viele Störfaktoren für eine Beziehung. Und ja: All diese Themen sollten angesprochen werden. Durch Schweigen staut sich nur noch mehr Ärger an. Doch auch hier zählt das richtige Timing: Ist die Stimmung ohnehin schon mies, geht der Schuss oft nach hinten los. Wer richtig streiten will, nutzt lieber eine entspannte Situation, um ein Problem anzusprechen. So nimmt man dem Thema die unnötige Dramatik.

Regelmäßig reden statt selten streiten

Der beste Streit ist der, der erst gar nicht entsteht. Experten sprechen von sogenannter Beziehungs-Hygiene, wenn Paare sich regelmässige Zeiten einräumen (zum Beispiel jeden ersten Sonntag im Monat), um über sich zu reden. Diese Termine sollten übrigens auch dann eingehalten werden, wenn es kein Streitthema gibt. Umso besser; dann kann nämlich auch mal ausführlich besprochen werden, was alles gut läuft.

Liebevoller Blickwinkel

Menschen, die sich lieben, wollen sich in den seltensten Fällen verletzten. Auch wenn sich das in einem Streit anders anfühlen mag. Wer richtig streiten lernen will, sollte daher auch lernen, einen liebevollen Blickwinkel einzunehmen. Wem es mit einer solch wohlwollenden Einstellung gelingt, das Handeln des Partners zu hinterfragen, der wird garantiert keine Böswilligkeit, sondern vielleicht eine Schwäche, Angst oder Verletzlichkeit entdecken.

Nicht gegeneinander, sondern miteinander

Streit ist Einstellungssache. Wer einen Konflikt als Kampf versteht, wird niemals richtig streiten lernen. Wer in einem Konflikt hingegen die Chance sieht, gemeinsam zu wachsen und so vor neuen Streit-Fallen gewappnet zu sein, hat die besseren Chancen, Beziehungsprobleme zu lösen. Bei einem guten Streit geht es daher niemals ums Gewinnen.

Entschuldigung: Das wichtigste Wort

 Wer Entschuldigungen als Schwäche oder heuchlerisches Eingeständnis versteht, hat den Kern einer guten Konfliktlösung noch nicht verstanden. Entschuldigungen sind Balsam für eine geschundene Seele und werden nach jedem Konflikt gebraucht, um auch das letzte Unbehagen auszuräumen.

Professionell streiten lernen

In der Theorie klingt alles so einfach. Wer aber auch in der Praxis richtig streiten lernen will, braucht vielleicht ein wenig Übung und Anleitung. Für all jene, die ihre Beziehungsprobleme künftig noch besser lösen wollen, bieten Mediatoren eine professionelle Begleitung. Ob als Paar-Sitzung oder in Workshops: Die Konflikt-Profis zeigen Wege, Methoden und praktische Tipps aus der Konflikt-Falle.

Titelbild: Pexels / freestocks.org

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