Damit der Wiedereinstieg gelingt!

MAMAS COMEBACKSo gelingt der berufliche Wiedereinstieg

Der Wiedereinstieg in den Job nach der Babypause ist kein Kinderspiel. Arbeitgeber bekleckern sich immer noch selten mit Ruhm, wenn es um Mütter geht. Auch der Spagat zwischen Kind und Büro gleicht oft einem Drahtseilakt. Dennoch gibt es viele gute Gründe, warum Frauen sich nicht allein mit der Hausfrauen- und Mutterrolle begnügen sollten.

Die Schweizer Karriere-Mom ist sowas wie eine Lebenskünstlerin. Denn wenn sie nach einer Schwangerschaft weiter auf der Jobleiter nach oben klettern möchte, gleicht das beinahe einem akrobatischen Akt: Dem unglaublichen Spagat zwischen Muttersein und Karrieremachen. Wenn Schweizer Mütter das schaffen wollen, müssen sie sich nach der Geburt ihrer Kinder nicht nur in Flexibilität üben, sondern vor allem beeilen. Müttern steht in der Schweiz eine 14-wöchige bezahlte Mutterschaftsentschädigung nach der Geburt ihres Kindes zu. Während der Schwangerschaft und16 Wochen lang nach der Geburt stehen Sie unter Kündigungsschutz, danach endet der gesetzliche Mutterschutz.

Das heisst für Frauen mit Kindern, dass sie auch mit kleinen Kindern im Job keine Sonderbehandlung im Job erwarten dürfen. Ob mit Kindern oder kinderlos, ob Frau oder Mann spielt dann keine Rolle mehr. In den Nachbarstaaten ist das anders: In Deutschland haben Mütter und Väter gemeinsam bis zu drei Jahren Anspruch auf Elternzeit mit Arbeitsplatzgarantie, in Österreich sind es zwei Jahre. Schweizerinnen müssen sich also vergleichsweise hart durchbeissen, wenn sie eine vollberufstätige Mutter sein wollen. Wie viele von Ihnen schaffen das wirklich?

Beruf und Familie in der Schweiz: Karriereaus nach der Elternzeit?

In der Schweiz sind die Hauptverdiener immer noch die Männer. 92 Prozent der Männer verdienen immer noch den Löwenanteil für das Haushaltseinkommen. Frauen sorgen innerhalb der Familie nachwievor meist für Haushalt, Erziehung und Zusatzverdienst. Laut der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen EKFF arbeiten nur insgesamt 63 Prozent der Schweizerinnen, die einen Partner und ein Kind unter sieben Jahre haben– die meisten davon in Teilzeit. Teilzeitarbeit ist unter Schweizerinnen ohnehin Trend: 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten in der Schweiz sind Frauen. Mehr als jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit. Zum Vergleich: Bei Männern trifft das nur auf jeden siebten Erwerbstätigen zu. Doch was einst als der ideale Königsweg zwischen Familie und Beruf galt, erweist sich auf lange Sicht für viele Frauen als Sackgasse. Nicht nur geringere Gehälter, geringer soziale Absicherung, sondern auch und geringere Entwicklungs- und Aufstiegschancen sind die Folge.

Die Geburt eines Kindes ist daher nachwievor der gravierendste Einschnitt in die Karrierelaufbahn einer Frau. Nach einer Geburt arbeiten noch 33 Prozent der Schweizerinnen in Vollzeit weiter, 29 Prozent schwenken auf Teilzeit um, 34 Prozent steigen komplett aus dem Berufsleben aus. Reale Zahlen, die nicht ganz zur Wirklichkeit Schweizer Familien passen wollen,  denn die Schweizer Scheidungsrate von 54 Prozent straft das traditionelle Ernährermodell Lügen. Ohne  Ehemann stehen viele, dazu exzellent ausgebildete Schweizerinnen oftmals ohne Job oder mit einer Teilzeitstelle ohne Aufstiegschancen da. Doch das muss nicht sein. Was können Schweizerinnen tun, um ein gebührendes Comeback zu feiern, nachdem sie immerhin ein neues Leben auf die Welt gebracht haben?

Wiedereinstieg: Schweizer Mütter kämpfen mit Vorurteilen

Nicht selten sind es wirtschaftliche Überlegungen, die vor allem verheiratete Frauen dazu bewegen, für die noch junge Familie eine Auszeit im Erwerbsleben einzulegen. Familie kostet und Männer verdienen einfach immer noch wesentlich mehr. Wenn Sie dann nach etwa 5 Jahren Pause den Wiedereinstieg in den alten Beruf suchen, müssen Sie feststellen, dass der Arbeitsmarkt ihnen als Hausfrauen und Mütter wenig Chancen gibt. Frauen wie Männer, die zugunsten der Familie eine längere berufliche Auszeit nehmen, haben angesichts ihrer lückenhaften Erwerbsbiografie, auf dem Arbeitsmarkt oftmals das Nachsehen. Das Loch im Lebenslauf führt oft auch zu einem löchrigen Selbstbewusstsein und Zweifeln, ob man den Anschluss im gelernten Beruf wieder schafft. Minijobs und Teilzeitjobs, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf versprechen, können hier zumindest helfen den Kontakt zum Erwerbsleben nicht abbrechen zu lassen.

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Auch Berufsberaterinnen wissen, dass «Muttis Comeback» in der Berufswelt noch nicht überall gerne gesehen ist. Zu tief sind traditionelle Rollenmuster verankert, als dass sie von heute auf morgen einfach so abgeschüttelt werden könnten. Frauen müssen nach einer Berufsauszeit oft mit Vorurteilen kämpfen. Die wenigsten schaffen die Rückkehr in eine Kaderstelle. Gudrun Sander, Betriebswirtin und Dozentin an der Universität St. Gallen, berichtete dem Beobachter, dass Frauen mit längerer Babypause im Lebenslauf bei Bewerbungen regelrecht aussortiert werden. Auch bei den Stellenausschreibungen würden die Familienpflichten häufig ignoriert. Dabei mangele es den  Frauen nicht an Potential, sondern am Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten, konstatiert Sander. Entscheidend sei daher weniger die Länge des Berufsausstiegs, als der schiere Glaube an die realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen. Sie rät daher die unmittelbaren Qualitäten, die Mütter beispielsweise von jüngeren Berufseinsteigerinnen unterscheiden, stärker herauszustreichen. Dazu gehörten insbesondere Social Skills wie hohe Kompetenzen in Kommunikation, Konfliktbewältigung, Organisation, Erfahrung und Zuverlässigkeit.

Babypause und Hausfrauenkomplex

Wirtschaftsexpertinnen raten Frauen dazu, ihren Geist und ihre Connections auch während der Babypause «fit» zu halten. Ansonsten bestehe die Gefahr einen so genannten «Hausfrauenkomplex» zu entwickeln und zu glauben, nicht mehr für die Berufswelt geeignet zu sein. Ehrenamtliches Engagement in einem Verein oder in einer Partei sind ein gute Mittel, um diesem Gefühl entgegenzuwirken. Gleichzeitig erweitern Sie trotz der Jobauszeit Ihre berufliche Qualifikation. Dennoch gilt es als ratsam nicht allzu lange ganz vom bezahlten Berufsleben fern zu bleiben. Bettina Wiese vom Psychologischen Institut der Universität Zürich fand in einer Befragung von 64 Personalmanagern heraus, dass eine über 12 Monate andauernde Babypause überwiegend negativ bewertet wird. Eine Teilzeitstelle sei immer noch besser, als überhaupt  nicht zu arbeiten, äusserte sich ein Grossteil der Schweizer Personalmanager. Doch nicht nur kurz nach der Berufsauszeit, sondern schon zu Beginn der Schwangerschaft sollten Schweizerinnen sich mit ihrer weiteren Karriere auseinandersetzen und dies mit den Personalverantwortlichen besprechen.

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