Elektrisch!Reinigungsbürste für das Gesicht im Redaktionstest

SELBSTVERSUCH Für einen strahlenden Teint ist fast nichts so wichtig wie die Gesichtsreinigung. Elektrische Gesichtsbürsten setzen unser Reinigungsritual dafür unter Strom. Aber sind 300 Schwingungen pro Sekunde wirklich «10x effektiver» als gute alte Handarbeit? Unsere Redaktorin hat es ausprobiert.

Selbstversuch: Gesichtsreinigungsbürste im Test.

Mein Schatz würde sich sofort eine Gesichtsreinigungsbürste kaufen. Schliesslich hat sie gute Kritiken im Netz, ist akkubetrieben und man kann eine Bedienungsanleitung studieren.

Ich meine, Radio, Heizstrahler, Föhn, Streckeisen, Lockenstab, Rasierer und elektrische Zahnbürste richten in unserem Badezimmer schon genug Kabelsalat an. Und nichts ausser Steuererklärungen lese ich so ungern wie Bedienungsanleitungen.

Deshalb habe ich mir eigentlich geschworen, dass in unser Bad keine neuen elektrischen Geräte kommen – eigentlich. Aber meine neue Foundation hat alles verändert...

«10 x effektiver als die Reinigung von Hand» – das Versprechen der Gesichtsreinigungsbürste

Ich habe empfindliche, eher ölige Haut, die zu grossen Poren und Unreinheiten neigt. Zum Glück habe ich aber auch eine fantastische Foundation für mich gefunden, die mir trotzdem einen natürlichen und ebenmässigen Teint verleiht, aber leider kein einziges trockenes Hautschüppchen verzeiht. Regelmässige Peelings sind daher Pflicht.

Warum nicht das Nützliche mit dem Nützlichen verbinden, dachte ich mir da. Denn eine elektrische Gesichtsreinigungsbürste soll die Haut nicht nur «10x effektiver» aber «genau so sanft wie von Hand» reinigen, sondern dank einem «Peeling-Effekt» mehr abgestorbene Hautzellen entfernen.

Zudem sollen Gesichtsbürsten dafür sorgen, dass ich mehr von meinen Beautyausgaben zurück kriege. Denn nach einer gründlichen Gesichtsreinigung nehme die Haut Pflegeprodukte wie Cremes und Seren viel besser auf.

Und: Oprah schwört schon lange drauf.

Philips Visa Pure Advanced: Was kann das Testgerät?

Ich entscheide mich beim Test für die neue elektrische Gesichtsbürste von Philips. Die VisaPure Advanced (um 280 Franken) ist pastellrosa und mit zwei verschiedenen Intensitätsstufen auch für empfindliche Haut geeignet. Check. Sie ist eine einfach zu reinigende Gesichtsbürste. Lediglich den Bürstenkopf unter Wasser abwaschen. Check.

Gespannt bin ich auch auf die zwei extra Massageaufsätze für Gesicht und Augen. «Ein Gefühl wie 750 Fingerspitzen pro Minute».

(Ähnlich gute Ergebnisse sollen zum Beispiel auch die Gesichtsbürsten von Clarisonic, Clinique, Forea oder Olaz liefern.)

Wie funktioniert die elektrische Gesichtsbürste?

Kurz gesagt, eine elektrische Gesichtsreinigungsbürste ist auch nicht wirklich anders als eine elektrische Zahnbürste, vielleicht etwas herrischer. Denn sie sagt mit kurzen Stoppzeichen an, wo und wie lange ich die Bürste kreisen lassen soll. Man macht die Bürste etwas nass, gibt das gewohnte Reinigungsprodukt darauf und dann wird man durch das Gesicht navigiert. Angefangen an der rechten Wange hinunter bis zum Kinn (20 Sekunden kreisen), dann die linke Wange (insgesamt auch 20 Sekunden kreisen), zuletzt wird die Stirn und die Nase (je 10 Sekunden). Wer mag reinigt anschliessen auch das Dekolleté.

Zum Schluss wird die Bürste kurz gereinigt. Fertig.

Das erste Mal mit der Gesichtsreinigungsbürste

Ich hatte mir das irgendwie schöner vorgestellt. Wie eine Katze ziere ich mich, als ich mein Gesicht müde und spät am Abend zum ersten Mal mit der elektrischen Gesichtsbürste reinige. Die Prozedur ist zwar kurz und schmerzlos, aber auch überraschend nass und auch etwas kratzig.

Am nächsten Morgen nehme ich die Bürste deshalb in die Dusche mit und jetzt fühlt sich das alles schon viel besser an. Da die Bürste meine Gesichtsmuskeln massiert, fühle ich mich gleich viel wacher.

Nach einer Woche

Huch, meine Haut beginnt sich um den Mund zu schuppen. (Bye, bye Foundation!) Ich habe jetzt noch mehr trockene Stellen. Vor allem am Kinn. Die Haut wirkt auch nicht reiner, im Gegenteil: Ich habe sogar das Gefühl, dass sich mein Hautbild verschlechtert hat.

Ich google und werde entwarnt: Empfindliche Haut muss sich wohl erst an das Gerät gewöhnen. Ich sollte die Bürste nur einige Male pro Woche benutzen. Und meine neuen Unreinheiten sind einfach das Ergebnis der Probleme, die sich sich wegen meiner weniger tiefen Reinigung bislang angestaut haben. Das ist jetzt endlich alles raus und porentief rein. Ich muss also nur Geduld haben, dann wird es schon bald besser, viel besser...

Nach 6 Wochen

Ich habe den Einsatz meiner Reinigungsbürste auf einmal am Tag unter der Dusche reduziert. Und ja, so soll das in meinem Gesicht aussehen! Meine Haut hat sich inzwischen gut an die elektrische Reinigungsprozedur gewöhnt und ich achte jetzt darauf, meine Haut nach der Reinigung immer gut mit Feuchtigkeit  zu  versorgen und auch ein Serum aufzutragen. Unreinheiten sind so gut wie verschwunden (ausser die hormonell bedingten), meine Poren wirken jetzt feiner und Hautschuppen können mein Make-up auch nicht mehr ruinieren. Aber das Schönste: Meine Haut ist babypopoweich.

Schatz komm, fühl mal!

Eine elektrische Gesichtsbürste ist das Richtige für dich, ...

... wenn du dir ein feineres, frischeres und jüngeres Hautbild wünscht.

... wenn Seren und Cremes von deiner Haut besser aufgenommen werden sollen.

... wenn du ein Fan von elektrischen Gadgets bist.

Eine elektrische Gesichtsbürste ist eher nichts für dich, ...

... wenn deine Haut superempfindlich und eher trocken ist.

... der Wohlfühleffekt bei dir alles ist. Die Reinigungsprozedur fühlt sich im Test nicht so angenehm an, wie wenn man das Gesicht einfach mit den Händen wäscht.

... wenn du lieber sparen willst. Die Reinigung mit elektrischen Gesichtsbürsten ist vergleichsweise teuer. Etwa alle drei Monate muss der Bürstenkopf für ca. 18 Franken ausgetauscht werden.

Titelbild: iStock

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