Gottvertrauen, esoterische Fruchtbarkeitsmassagen, spezielle Diäten, verhexte Kräutermixturen und nach dem Zyklus der Frau peinlichst genau getimter Sex. Wenn der Wunsch nach einem Kind gross genug ist, wird der Mensch erfinderisch. Doch spielt auch Mutter Natur dabei mit? Wir gehen Fruchtbarkeits-Mythen auf den Grund.
Fruchtbarkeits-Rituale kümmern die Natur nicht. Foto: © istockphoto
Ein Kind zu gebären, gleicht einem Wunder. Noch wundersamer sind jedoch die Methoden, mit denen Paare versuchen schwanger zu werden. Anstatt nach dem Sex zu kuscheln, wird gebetet, massiert und die Daumen gedrückt. Romantisch ist das nicht. Und nützlich auch nicht. Denn Mutter Natur lässt sich nun mal nicht anfeuern - und erst recht nicht manipulieren. Mehr als ein amüsiertes Lächeln hat sie für solche Fruchtbarkeits-Rituale nicht übrig. Eine gute Einstellung. Denn genau das ist es, was werdenden Eltern mit Sex-Wahn manchmal verloren geht. Besser ist: Lächeln, lesen und lieben Sie weiter. denn diese Fruchtbarkeitsmythen sorgen für nichts – ausser für Entspannung.
Liegen bleiben und Beine hoch lagern
Eine Frau, die schwanger werden will, sollte sich nach dem Sex bloss nicht bewegen. Legen Sie lieber die Beine hoch. Wer mag hebt auch das Becken leicht an, indem er ein weiches Kissen unter den Po schiebt. Davon werden Sie zwar nicht schwanger, aber wenn Sie Glück haben, haben Sie einen Mann, der Ihnen in dieser Stellung die Füsse massiert. Denn zu mehr taugt die Beine-und-Becken-Hoch-Stellung nicht. Der Mythos besagt zwar, dass auf diese Weise, den Spermien das Rennen gegen die Schwerkraft erleichtert wird und sie so leichter zur Gebärmutter finden, doch bisher gab es keine einzige Studie, die diesen Glauben belegt hätte. Solange aber wenigstens eine Massage dabei rum kommt, ist nichts gegen ein kurzes Füsse hochlegen einzuwenden.
Wunschdenken als Top-Verhütung
Wer sich ein Kind zu sehr wünscht, bekommt keines. Erst, wenn man den Wunsch aufgegeben hat, klappt es. So heisst es jedenfalls oft aus dem Volksmund. Die Anspannung und der Stress, den ein solcher Wunsch mit sich bringt, stünde einer Schwangerschaft entgegen. Die Wissenschaft kann eine unmittelbare Wirkung von Stress auf die Fruchtbarkeit zwar nicht beweisen, eine Erklärung dieses Mythos liegt dennoch nahe. Wer mehr Stress hat, raucht oft mehr. Dass führt bei beiden Geschlechtern zu verminderter Fruchtbarkeit. Was auch sein kann: Wer viel Stress hat, hat meistens keine Lust auf Sex. Und ohne Lust, kein Sex. Und ohne Sex? Richtig!
Tee und Massagen: So klappt’s?
Tee ist gesund. Und Massagen entspannen. Aber machen diese Genussmittel auch schwanger? Wenn man den plakativen Werbungen für vermeintliche Fruchtbarkeitsmassagen durch speziell ausgebildete Masseure oder durch das Trinken von Wunder-Teesorten, die die Empfänglichkeit ganz bestimmt steigern sollen, glauben möchte, dann ja. Wenn man nach wissenschaftlichen Belegen sucht, kann man auf eine Schwangerschaft hingegen lange warte – und Tee trinken. Es gibt weder Körperstellen, die geknetet, noch Kräutermischungen, die unbedingt getrunken werden müssen, damit der Storch kommt. Diese Methoden nützen nichts. Allerdings schaden sie auch nicht. Im Gegenteil: Wer sich wohl fühlt, ist entspannt. Und wer entspannt ist, bekommt (laut Mythos, siehe oben) schneller ein Kind.
Spermien sparen
Wer schwanger werden will, braucht normalerweise nur eines, nämlich Sex. So viel ist klar. Seltsam wird es, wenn man einem Gerücht Glauben schenkt, wonach man nicht täglich Sex haben darf, um schwanger zu werden. Es heisst, man solle die Spermien nicht überfordern, sonst würden sie langsamer. Abstinenz macht fruchtbar? Klingt unlogisch. Und ist auch nicht wissenschaftlich belegt. Im Gegenteil: Experten des Soroka University Hospitals fanden heraus, dass Spermien eher dann an Geschwindigkeit verlieren, wenn zwischen den Samenergüssen mehr als 48 Stunden vergehen. Von nichts kommt eben nichts. Auch beim schwanger werden.
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